Mann kocht!

Eichborn Verlag3847905104Gebundene Ausgabe192Ludger Fischer: Mann kocht! Irrtümer, Vorurteile und Halbwahrheiten über Kerle am Herd, 2012, Eichborn, Frankfurt am Main Ludger Fischer – Mann kocht: Über dieses Buch können sich viele Leser herrlich maßlos aufregen: Frauen mit Freude, dass ihre Männer ihnen bei der Hausarbeit zur Hand gehen. Männer, die stolz auf ihre küchentechnischen Fähigkeiten sind. Kinder, die von ihren Vätern […]
Veröffentlicht: 17.08.2012
Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Auch verfügbar als: Kindle Edition
4 Bewertungen mit 3.5 von 5 Sternen
3 Neu ab 9,00
16 Gebraucht ab 0,48
Versandfertig in 1 - 2 Werktagen
14,99
Listenpreis
jetzt bei Amazon kaufen
Unsere Buchvorstellung

Ludger Fischer: Mann kocht! Irrtümer, Vorurteile und Halbwahrheiten über Kerle am Herd, 2012, Eichborn, Frankfurt am Main

Ludger Fischer – Mann kocht: Über dieses Buch können sich viele Leser herrlich maßlos aufregen: Frauen mit Freude, dass ihre Männer ihnen bei der Hausarbeit zur Hand gehen. Männer, die stolz auf ihre küchentechnischen Fähigkeiten sind. Kinder, die von ihren Vätern kochen lernen wollen. Koch-Buch-Autoren, die sich in diesem Buch verulkt sehen. Hinzu kommen noch die Männer-Koch-Clubs oder die Grillvereine, vielleicht auch Skatfreunde und andere mehr.

Eigentlich lässt Ludger Fischer in seiner Verriss keine Gruppe aus. Trotzdem hege ich auch nach dem gründlichen Lesen seines Buches die Hoffnung, dass er in seinem Rundumschlag mich vergessen hat.

Ich koche seit meinem 20. Lebensjahr, zuerst allein für mich, dann allein für meine Kinder, dann mit meinen Kindern, dann für unsere Gäste. Und warum allein? Die Antwort darauf gehört in die Privatsphäre, also nicht in diese Besprechung. Bei der Besprechung dieses Buches gehe ich sehr egoistisch vor. Ich beschreibe nur die Passagen des Buches, welche mir sympathisch sind, weil ich mich darin in meiner Meinung bestätigt fühle. Auf die anderen Passage muss der Leser selber kommen.

Fischer beschäftigt sich auch diesmal – so wie in seinen ersten beiden Büchern – mit Irrtümern. Dieses Mal geht es ihm um den Irrtum vom erfolgreich kochenden Ehemann, und über den Irrtum einer technisch perfekt ausgerüsteten Küche, über den Irrtum einer „grünen“ Küche und andere Irrtümer mehr. Allerdings mit einem nicht unerheblichen Unterschied: In seinen ersten beiden erfolgreichen Büchern über Koch-Irrtümer hatte er die Wissenschaft und die praktische Erfahrung auf seiner Seite. Diesmal sind es Ironie und Vorurteile.

Zuerst ein Hinweis auf diejenigen Passagen, mit denen sowohl die vom ihm beschimpften Leser als auch die sich bestätigt fühlenden Leser etwas anfangen können.

Über etliche Seiten hinweg erklärt er kurz fast alle zur Zeit vorhandenen technischen Geräte für eine private Küche, zwar auch hier ironisierend, aber trotzdem in einer selten zu findenden Perfektion. Das ist prima informativ, und selten so erschöpfend zu finden. Am Ende seines Buches führt er in einer Übersicht fast vollständig die Bücher aus Vergangenheit und Gegenwart an, welche sich mit dem Thema „Kochen und Männer“ beschäftigten. Zu jedem Buch liefert er eine Mini-Rezension mit. Im Innenteil beschreibt er auch etliche Bücher zum Thema „Kochen und Sex“, durchaus witzig aber nicht vollständig.

Einige Passagen sind weit über sein eigentliches Thema hinaus lesenswert. Beispielweise wenn er den spanischen Drei-Sterne-Koch Quique Dacosta als Schaumschläger und Scharlatan entlarvt, oder wenn er die Kochvorschriften des deutschen Philosophen Rudolf Steiner als Wahnvorstellungen charakterisiert.

In einem eigenartigen aber durchaus interessanten Kontrast zu seinen Ausführungen stehen die im Buch vorhandenen zahlreiche Abbildungen früherer Kochutensilien.

Der Verlag hat wohl in Anlehnung an das erfolgreiche Männer-Koch-Magazin „beef!“ das Buch-Cover mit dem Foto eines Stückes Rindfleisches versehen. Ich zweifele, ob dies potentielle Leser anzieht. In weiten Teilen ist dieses Werk von Ludger Fischer ein ironisches Beschimpfungsbuch, obgleich von Fischer wahrscheinlich mit einem ernsthaften Duktus versehen. So etwas kommt heutzutage in manchen Kreisen durchaus an, also warum es nicht aufmerksamer gestalten!